FernwartungIT-SicherheitRustDeskDatenschutz

Sicherer Fernzugriff für KMU: Remote-Support ohne Datenschutz-Risiko

Von Patrick M. Garske ·

Fernwartung ist aus dem Arbeitsalltag kleiner und mittlerer Unternehmen nicht mehr wegzudenken: Der IT-Dienstleister schaltet sich auf den Buchhaltungsrechner, die Kollegin hilft dem Außendienst bei einem Druckerproblem, der Chef greift vom Homeoffice auf den Bürorechner zu. Praktisch immer läuft das über ein Fernwartungstool, und praktisch immer stellt niemand die Frage, die eigentlich auf der Hand liegt: Über wessen Server läuft diese Verbindung eigentlich, und wer könnte theoretisch mithören?

Dabei ist ein Fernwartungszugang aus Sicherheitssicht das, was er technisch ist: ein absichtlich eingebauter Vollzugriff auf Ihre Rechner. Kaum eine andere Software verdient deshalb so viel Sorgfalt bei der Auswahl. Dieser Beitrag zeigt, worauf es ankommt und warum wir für unsere Kunden auf eine quelloffene, selbst gehostete Lösung setzen.

Das Problem mit den üblichen Verdächtigen

Kommerzielle Klassiker wie TeamViewer oder AnyDesk funktionieren zweifellos gut. Drei Punkte sollte man trotzdem kennen:

  • Fremde Infrastruktur: Die Verbindungen laufen über die Vermittlungs- und Relay-Server des Herstellers. Sie müssen darauf vertrauen, dass dieser seine Infrastruktur sicher betreibt, und Sie sind auf ihre Verfügbarkeit angewiesen. Fällt der Dienst aus oder ändert der Anbieter die Bedingungen, steht Ihre Fernwartung still.
  • Lizenzkosten: Die gewerbliche Nutzung kostet pro Arbeitsplatz und Jahr spürbar Geld, und die Preismodelle sind in den vergangenen Jahren fast nur in eine Richtung gewandert. Für ein Werkzeug, das im Kern Bildschirm und Eingaben überträgt, kommt da schnell ein stattlicher Posten zusammen.
  • Bekanntheit bei Betrügern: Die verbreiteten Tools sind Standardwerkzeug sogenannter Support-Scams, bei denen Anrufer ihre Opfer zur Installation drängen. Ein Tool, das nur mit der eigenen Infrastruktur funktioniert, ist für solche Maschen deutlich weniger geeignet.

Nichts davon macht diese Produkte unbrauchbar. Aber es lohnt der Blick darauf, ob es nicht kontrollierter geht, zumal die Frage nach Datenflüssen und Abhängigkeiten dieselbe ist, die wir aus der Debatte um digitale Souveränität im Mittelstand kennen.

Woran Sie eine gute Fernwartungslösung erkennen

Unabhängig vom Produkt sollte eine Lösung für den Unternehmenseinsatz vier Anforderungen erfüllen:

  1. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Der Inhalt der Sitzung darf auch für den Betreiber der Vermittlungsserver nicht einsehbar sein.
  2. Kontrolle über die Infrastruktur: Idealerweise laufen Vermittlung und Relay über einen Server, den Sie oder Ihr Dienstleister betreiben, in einem europäischen Rechenzentrum und mit klarer vertraglicher Grundlage (Stichwort Auftragsverarbeitung).
  3. Zustimmung und Nachvollziehbarkeit: Eine Sitzung darf nur mit aktiver Freigabe des Gegenübers zustande kommen, etwa per Einmalpasswort, und es muss nachvollziehbar sein, wer wann zugegriffen hat.
  4. Quelloffener Code: Bei einer Software mit Vollzugriff auf Ihre Systeme ist überprüfbarer Quellcode ein echter Sicherheitsgewinn, kein ideologisches Extra.

Unsere Antwort: RustDesk auf eigenem Server

Genau diese Anforderungen erfüllt RustDesk, eine quelloffene Fernwartungslösung, die sich mit einem selbst gehosteten ID- und Relay-Server betreiben lässt. Für unsere Kunden betreiben wir einen solchen Server in einem deutschen Rechenzentrum: Die Vermittlung der Verbindungen läuft damit vollständig über kontrollierte Infrastruktur, die Sitzungen selbst sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, und es fallen keine Lizenzkosten pro Arbeitsplatz an.

Wichtig zu wissen: Auch mit eigenem Server kommt eine Sitzung nur mit aktiver Zustimmung des Gegenübers zustande, verbunden wird ausschließlich mit ID und Einmalpasswort des Zielrechners. Der eigene Server ändert nicht, wer zugreifen darf, sondern nur, über wessen Infrastruktur die Verbindung vermittelt wird.

Die Einrichtung ist bewusst unspektakulär: In den RustDesk-Einstellungen werden Serveradresse und öffentlicher Schlüssel eingetragen, fertig. Wie das Schritt für Schritt aussieht, zeigt unsere bebilderte Anleitung RustDesk mit eigenem ID- und Relay-Server verbinden. Kunden von Garske Systems verwenden diese Werte:

Feld Wert
ID-Server rd.garske-systems.de
Relay-Server rd.garske-systems.de
API-Server leer lassen
Key

Fernwartung ist mehr als das Tool

So wichtig die Software ist: Sicherer Fernzugriff ist am Ende ein Zusammenspiel aus Technik und Regeln. Dazu gehören ein zweiter Faktor für alle administrativen Zugänge, das Prinzip, Zugriffe nur bei Bedarf und nicht dauerhaft freizuschalten, und eine kurze, klare Regelung, wer im Unternehmen wem Fernzugriff gewähren darf. Der beste selbst gehostete Server hilft wenig, wenn ein Anrufer einen Mitarbeiter überreden kann, „mal eben" ein beliebiges Programm zu installieren; sensibilisierte Mitarbeiter bleiben auch hier die wichtigste Schutzschicht.

Für dauerhafte Standort- und Homeoffice-Anbindungen ist zudem ein VPN die sauberere Lösung als ein permanent offener Fernwartungszugang. Wie beides in eine durchdachte Gesamtarchitektur passt, zeigt unsere Seite zu Infrastruktur und Netzwerk.

Häufige Fragen

Ist RustDesk wirklich kostenlos? Die Software selbst ist quelloffen und kostenlos, auch für den gewerblichen Einsatz mit eigenem Server. Kosten entstehen für Betrieb und Pflege des ID- und Relay-Servers, bei uns ist beides Bestandteil der Betreuung, ohne Lizenzgebühr pro Arbeitsplatz.

Kann Garske Systems über den Fernwartungsserver auf unsere Rechner zugreifen? Nein. Der Server vermittelt nur Verbindungen. Jede Sitzung erfordert die aktive Freigabe am Zielrechner per ID und Einmalpasswort, und die Inhalte sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Wir nutzen bereits TeamViewer. Müssen wir sofort wechseln? Nein, ein funktionierendes Setup ist kein Notfall. Spätestens zur nächsten Lizenzverlängerung lohnt aber der Vergleich: Häufig lassen sich mit dem Umstieg laufende Kosten streichen und gleichzeitig Datenfluss und Abhängigkeiten reduzieren.

Funktioniert RustDesk auch für den Zugriff vom Homeoffice auf den Bürorechner? Ja, der Zugriff auf den eigenen unbeaufsichtigten Rechner lässt sich mit einem festen Passwort einrichten. Für regelmäßiges mobiles Arbeiten empfehlen wir ergänzend ein VPN, damit auch Dateiablagen und interne Systeme sauber erreichbar sind.

Fazit: Vollzugriff verdient volle Kontrolle

Fernwartung ist ein Werkzeug mit Vollzugriff auf Ihre Systeme, und genau so sollte man die Auswahl behandeln. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, kontrollierte Infrastruktur, Zustimmungsprinzip und offener Quellcode sind die vier Kriterien, die zählen. Mit RustDesk und einem eigenen ID- und Relay-Server sind alle vier erfüllt, bei laufenden Kosten nahe null pro Arbeitsplatz.

Wenn Sie Ihre Fernwartung auf souveräne Beine stellen oder das Thema im Rahmen einer Gesamtbetrachtung Ihrer IT-Sicherheit angehen möchten, sprechen Sie uns an. Im kostenfreien Erstgespräch klären wir, wie der Umstieg für Ihre Arbeitsplätze aussieht, in der Regel ist er an einem Nachmittag erledigt.

Alle Beiträge Kostenfreie Erstberatung