Heute gibt es ausnahmsweise keinen Ratgeber, sondern eine Nachricht in eigener Sache: Garske Systems ist ab sofort Sponsor von mailcow: dockerized, dem Open-Source-Mailserver-Projekt aus Deutschland. Warum wir das tun? Ganz einfach: Weil unser E-Mail-Hosting auf mailcow läuft, und weil wir finden, dass man Software, mit der man Geld verdient, nicht nur nutzen, sondern auch mitfinanzieren sollte.
Was mailcow ist
Wer schon einmal einen Mailserver von Hand aufgesetzt hat, weiß: Das ist eine Wissenschaft für sich. Mailtransport, Postfächer, Spam-Filter, Virenschutz, Webmail, Kalender, DKIM-Signaturen, alles muss sauber ineinandergreifen, sonst landen Ihre Mails im Spam-Ordner der Empfänger oder Ihr Server wird zur Spam-Schleuder.
mailcow löst genau dieses Problem. Es bündelt bewährte Open-Source-Komponenten zu einer kompletten, Docker-basierten Mailserver-Suite:
- Postfix für den Mailversand und -empfang
- Dovecot für die Postfächer (IMAP)
- Rspamd als Spam-Filter
- SOGo für Webmail, Kalender und Kontakte, inklusive ActiveSync für Smartphones
- ClamAV als Virenschutz
Dazu kommt eine durchdachte Weboberfläche, über die sich Domains, Postfächer und Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung komfortabel verwalten lassen. Das Projekt steht unter der GPL-Lizenz (Version 3) und wird von The Infrastructure Company GmbH aus Willich in Nordrhein-Westfalen gepflegt. Ein professionell betreutes Open-Source-Projekt aus Deutschland: Genau die Sorte Software, von der digitale Souveränität lebt.
Warum wir sponsern
Drei Gründe, und der erste ist der naheliegendste:
mailcow hat sich bei uns im Alltag bewiesen. Wir betreiben mailcow für uns selbst und für unsere Kunden: Unser DSGVO-konformes E-Mail-Hosting läuft produktiv darauf. Das System hat sich dabei als absolut praxisreif erwiesen, und die Rückmeldungen unserer Kunden dazu sind durchweg positiv. Jedes dieser Postfächer profitiert von der Arbeit des mailcow-Teams: von Sicherheitsupdates über neue Funktionen bis zur Dokumentation. Diese Arbeit ist für uns kostenlos verfügbar, aber sie ist nicht kostenlos zu leisten.
Open Source ist kein Selbstläufer. Hinter jedem gesunden Projekt stehen Menschen, die Sicherheitslücken schließen, Fragen beantworten und Releases pflegen. Diese Arbeit braucht eine stabile Finanzierung, sonst passiert das, was man immer wieder beobachtet: Projekte schlafen ein, werden verkauft oder wechseln zu restriktiven Lizenzen. Für unsere Kunden wäre jedes dieser Szenarien schlecht. Ein Sponsoring ist deshalb keine Wohltätigkeit, sondern Risikovorsorge für den eigenen Stack.
Digitale Souveränität braucht mehr als Absichtserklärungen. Wir schreiben in diesem Blog regelmäßig darüber, warum Unternehmen ihre Abhängigkeit von einzelnen Anbietern senken sollten. Die Alternativen, die das möglich machen, entstehen nicht von allein. Wenn europäische Unternehmen wollen, dass es auch morgen noch quelloffene, hierzulande entwickelte Alternativen zu den großen Cloud-Suiten gibt, müssen sie diese Projekte tragen. Wir fangen bei dem an, das wir am besten kennen.
Was das für unsere Kunden bedeutet
Im Alltag: nichts Neues. Ihre Postfächer laufen weiter wie bisher, am Betrieb ändert sich nichts. Und doch steckt für Sie etwas Handfestes darin. Das Sponsoring stärkt die Weiterentwicklung genau der Software, auf der Ihr Postfach läuft. Ein Stack, dessen Hersteller stabil finanziert ist, bekommt schneller Sicherheitsupdates und bleibt langfristig gepflegt. Davon profitieren Sie direkt, ohne etwas dafür tun zu müssen.
Und es zeigt, wie wir arbeiten: Wir setzen auf Software, hinter der wir so überzeugt stehen, dass wir sie auch dann unterstützen, wenn es niemand von uns verlangt.
Open Source lebt von Beteiligung
Falls Sie selbst Open Source im Unternehmen einsetzen, und das tun Sie mit ziemlicher Sicherheit, lohnt sich ein kurzer Blick auf die eigene Kaffeekasse. Unterstützung muss dabei nicht immer Geld sein:
- Fehler melden: Ein sauber dokumentierter Bug-Report ist wertvoller, als viele denken.
- Dokumentation verbessern: Gerade Einsteiger-Stolpersteine sehen Profis oft nicht mehr.
- Finanziell beitragen: Viele Projekte bieten unkomplizierte Wege, etwa über GitHub Sponsors; bei mailcow gibt es zusätzlich die „Stay Awesome License" als einmaligen Unterstützungsbeitrag.
- Bewusst einkaufen: Wählen Sie Dienstleister, die etwas an die Projekte zurückgeben, deren Software sie betreiben.
Der letzte Punkt ist übrigens ein legitimes Auswahlkriterium: Wer bei seinem Hoster nachfragt, wie dieser mit den eingesetzten Open-Source-Projekten umgeht, erfährt viel über dessen Arbeitsweise.
Fazit
Gute Infrastruktur ist unsichtbar, und genau deshalb wird sie so oft als selbstverständlich genommen. mailcow gehört zu den Projekten, die im Hintergrund dafür sorgen, dass souveräner E-Mail-Betrieb in Europa ohne die großen Cloud-Anbieter funktioniert. Mit unserem Sponsoring sagen wir Danke und sorgen mit dafür, dass das so bleibt.
Wenn Sie wissen möchten, wie E-Mail auf einem offenen Stack für Ihr Unternehmen aussieht: Unser DSGVO-konformes E-Mail-Hosting zeigt es Ihnen, gern auch im Zusammenspiel mit Dateien und Zusammenarbeit im kompletten Open-Source-Workspace. Worauf es beim datenschutzkonformen Mailbetrieb generell ankommt, lesen Sie in unserem Ratgeber zum DSGVO-konformen E-Mail-Server.